Ablauf
Sofern der Blutfluss also fünf Tage nach Beginn der Periode aufgehört hat, beginnen nun die sieben sogenannten und bereits oben erwähnten „weißen Tage"; möglicherweise lässt sich der Name von der weißen Unterwäsche ableiten, die viele Frauen während dieser Zeit zu Kontrollzwecken tragen.
Während der zwölf Tage der niddah gelten besondere Regeln beim Kontakt der menstruierenden Frau mit ihrem Mann; während theoretisch keinerlei körperlicher Kontakt zwischen beiden stattfinden sollte, sieht die heutige Praxis dagegen vielfach anders aus; es scheint, als haben viele (der nicht ganz orthodoxen) Paare ihre eigenen Regeln entwickelt: einige schlafen nicht in getrennten Betten, sondern nur unter zwei verschiedenen Decken, andere vermeiden lediglich intimere Kontakte wie Küsse und Zärtlichkeiten, wieder andere bedecken auch das Haar, benutzen kein Parfum und vermeiden das Singen in Gegenwart des Ehemannes, um in keinster Weise verführerisch zu wirken.
Alle Einschränkungen der niddah beziehen sich auf das Verhältnis eines Paares; eine menstruierende Frau kann wie gewohnt an Gottesdiensten etc. teilnehmen und auch die Torarollen berühren.
Sofern in den sieben „weißen Tagen" tatsächlich keinerlei Blutfluss mehr stattfindet, ist danach der Zeitpunkt gekommen, eine mikweh aufzusuchen. Hier wird eine Gebühr bezahlt, deren Höhe variieren kann, die jedoch die Unterhaltskosten der Anlage nicht deckt; finanziell wird die mikweh von der Gemeinschaft getragen. Sofern man nicht bereits zuhause gebadet und sich vollkommen (Haare, Zähne, Nägel, etc.) gesäubert hat, muß man dies hier vor dem Untertauchen tun. Anschließend wird man von der Balanit, welche auf die korrekte Einhaltung der Regeln achtet, begutachtet und kann dann – nach Ablegen aller körperfremden Dinge, wie z.B. Schmuck – untertauchen. Auch dies muß nach bestimmten Vorschriften ablaufen, um als korrekt zu gelten (z.B. vollständiges Untertauchen) und wird entsprechend von der Balanit kontrolliert. Anschließend gilt die vormalige niddah wieder als tumah und der Zustand der Unreinheit ist vorbei.
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Empfange jeden Menschen mit freundlichem Gesicht. SdV