Der jüdische Philosoph Franz Rosenzweig wurde durch einen eher zufälligen Besuch einer kleinen orthodoxen Synagoge Berlins während des Jom Kippur von seinem festen Vorsatz abgebracht, zum Christentum zu konvertieren. Die Feierlichkeiten anlässlich dieses Tages müssen ihm als etwas erschienen sein, was singulär in der Religionslandschaft ist und auf das er nicht verzichten kann. Die Rituale des höchsten aller jüdischen Feiertage sind fester Bestandteil jüdischen Lebens und einzelne Elemente, wie der biblische Sündenbock, der zur Zeit des zweiten Tempels an diesem Tag in die Wüste gejagt wurde, sind auch im außer-jüdischen Bereich sprichwörtlich geworden.