Festzeiten

Der Zweck und die Grundbedeutung der Festtage

1. Wie der Sabbat, so sind auch die Festtage unser leibliches und geistiges Wohl bezweckende Heilsanstalten. Doch unterscheiden sie sich vom Sabbat in ihrer Grundbedeutung, wie sie ihm in Seite 115 bezug auf das Verbot der Werktätigkeit auch nicht ganz gleich sind. Der Sabbat ist ein Denkmal der Weltschöpfung; in ihm feiert Israel ein Weltfest für die ganze Menschheit. Die Festtage sind nur eingesetzt zur Erinnerung an Wohltaten, die nur Israel von Gott empfangen hat, namentlich die Befreiung aus Ägypten  ( ): darum sind die Festtage Nationalfeste Israels, welche uns insbe­sondere unser Bundesverhältnis zu Gott und unsere Verpflichtung, ihm zu dienen, zum Bewußtsein bringen sollen.

Die allgemeinen Vorschriften über die Feier der Festtage

1. Auch an den Festtagen sind die am Sabbat verbotenen Tätigkei­ten mit der bereits erwähnten und einer noch zu besprechenden Ausnahme untersagt. Einstellung der Werktätigkeit ( ) Heiligungs­verkündung Kiddusch und Hawdala, Ehre Kawod, Lichtanzünden Ner schel Jom tow, Gemütsruhe Oneg, Belehrung durch die Tora  () Midrasch, Vorausrüsten ( ) und Hut vor Entweihung  ( ), nament­lich durch rechtzeitiges Beginnen ( ) und Beobachtung der vorsor­glichen Anordnungen der Weisen s.A. sind auch für den Festtag vorgeschrieben; denn die Tora nennt auch den Festtag Schabbat oder Schabbaton.

Das Schlußfest

1. Obschon das Schlußfest so nahe an das Hüttenfest gerückt ist, dass es häufig als dessen achter Tag betrachtet wird, so ist es doch ein selbständiges Fest. Die Selbständigkeit dieses Festes kam im Tempel auf mannigfache Weise zum Ausdruck; bei uns ge­schieht dies durch eine besondere Benennung beim Gebet ( sch'mini chag ha‑azeret) und durch den Segensspruch  hasch`mini, welcher an den letzten Pessachtagen nicht gesprochen wird.

 

Das Laubhüttenfest

Palme

1. Geschichtliche Bedeutung. Das Hüttenfest soll uns daran erin­nern, dass Gott unseren, durch den Auszug aus Ägypten und den Empfang der Tora leiblich und geistig frei gewordenen Vätern vierzig Jahre lang in der Wüste Schutz und Nahrung gewährte da, wo sie beides aus eigener Kraft nicht erlangen konnten; er führte und deckte sie durch seine Wolkensäule bei Tag, durch die Feuer­säule bei Nacht. Diese Erinnerung soll in uns allmählich die Überzeugung befestigen dass Gott Israel, den Träger seiner Tora, nie verläßt und immer schützt. Darüber sollen wir uns dankbar freuen an diesem Feste, der Zeit unserer Freude (S'man simchate­nu).

Das Neujahrsfest

Schofar

1. Geschichtliche Veranlassung. Der Tag der Erinnerung oder das Neujahrsfest bildet mit dem ihm folgenden Versöhnungstag und den zwischen beiden  liegenden Tagen eine Einheit, die auch unter der gemeinschaftlichen Benennung: die zehn Bußtage (asseret j'mi t'schuwa) zusammengefaßt wird; darum gilt die geschichtliche Veranlassung zum Versöhnungstag auch für Rosch Haschana. Diese Veranlassung ist folgende:

Das Wochenfest

Mosche mit Gesetzestafeln

Geschichtliche Bedeutung. Für das Schawuotfest ist in der schriftlichen Tora keine geschichtliche Veranlassung ausdrücklich angegeben; aber es ist aus derselben ersichtlich und wird auch von unseren Weisen s.A. überliefert, dass um die Zeit dieses Festes die Gesetzgebung am Sinai stattgefunden hat; darum nennen wir es im Festgebete: S'man Matan Toratenu.

Das Überschreitungsfest (Pessach)

Pessach, Seder-Teller

Das Überschreitungsfest ist als Denkmal eingesetzt, das uns an die Befreiung Israels  aus Ägypten erinnern soll; darum nennen wir dieses Fest im Gebet Seman Haru­tenu, die Zeit unserer Befreiung. Mit dem Augenblick dieser Befreiung trat Israel in die Reihe der selbständigen Völker ein, mit ihr beginnt unsere viel mehr als dreitausendjährige  Ge­schichte.

Feste (von Mascha S.)

Jamim Towim

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