Das Gebet

Das Vorlesen der Tora

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1. Die Einrichtung, die man bei den Gebetsversammlungen Israels die Tora vorliest, ist so alt, wie die Tora selbst; denn Moses, unser großer Lehrer, hat nach der Überlieferung dieses Vorlesen für die Vormittage der Sabbate, Feste, Neumonde und je der zweiten und fünften Wochentage angeordnet. Von Esra wurde diese Anordnung auf die Nachmittage des Sabbats ausgedehnt und so eingerichtet, wie sie heutzutage vorgenommen wird.

Die gemeinsame öffentliche Gottesverehrung

Toralesung

Da der Allgegenwärtige uns überall nahe ist, so dürfen wir an jedem (reinen) Ort und in der Einsamkeit beten; dennoch enthält unser Gebet seine volle Kraft, unsere Gottesverehrung ihre rechte Weihe erst dann, wenn wir in öffentlicher Gebetsversammlung  einem dazu bestimmten Gotteshause beten.

Die tägliche Gebetsordnung

1. Das Morgengebet zerfällt in folgende fünf Abteilungen:

Die erste Abteilung beginnt mit dem Lobliede Adon olam und ent­hält sämtliche beim Erwachen zu betenden Benediktionen Brachot () (44, 6a), sowie die Brachot haTora (30,5) mit einigen Torastellen, um alsbald auch das Gebot der täglichen Beschäfti­gung mit der Tora erfüllt zu haben, wenn man später daran verhin­dert sein sollte.

Die Bedeutung des Gebetes

Jude im Gebet

1. Dem aufrichtigen, frommen Gebete hat Gott Erhörung verheißen. Wenn wir gleichwohl sehen, dass das Gebet auch frommer Männer unerhört bleibt, so darf uns das nicht irre machen. Gott, der allein weiß, was zu unserem Heilen dient, versagt uns unsere Wünsche, wenn deren Erfüllung nicht zu unserem Besten gereichen würde. Darum dürfen wir im Gebete nicht ermüden, denn das Gebet an sich übt auch auf uns den heilsamsten Einfluss. Gott hat es uns deshalb geboten, obschon er unsere Gedanken kennt, bevor wir sie in Worte fassen.

Gelegenheitsgebete

Das Gebot, zu beten, beschränkt sich nicht bloß auf diese Zeiten; jede Gelegenheit, die uns Gottes Größe und Güte, göttli­che Segens‑ und Heilspende von neuem zum Bewusstsein bringt, verpflichtet uns zum Gebete, und zwar zur Segnung Gottes, zur Bracha.

Regelmäßige Gebete

Gott ist uns nahe, wann immer wir ihn anrufen. (5.Mos. 4,7.) Darum dürfen wir jederzeit beten. allein die wenigsten Menschen würden in dem Eifer und der Mühe ihres Berufes oder im Taumel ihrer Vergnügungen an das Beten denken. Sie würden des Gebetes und mit dem Gebete Gottes vergessen. Darum haben unsere Weisen s.A. die Zeiten des Gebetes vorgeschrieben und den Opferhandlun­gen im Tempel entsprechend für jeden Tag drei Gebetszeiten fest­gesetzt.

Die vor und bei dem Gebet zu beachtenden Vorschriften

Das hebräische Wort hitpalel (Beten), von welchem Tefila (das Gebet) abgeleitet ist, bedeutet ursprünglich; ein Gericht über sich selbst abhalten. Damit sind die ersten Vorbereitungen zum Beten genügend bestimmt.

Bevor wir zum Beten hintreten, müssen wir uns genau prüfen und jeden unrechten Gedanken, allen Hass und Neid, aber auch allen Hochmut, alles Vertrauen auf eigenes Verdienst aus unserem Herzen verbannen.

Der Begriff und allgemeine Inhalt des Gebetes

Betende Frau

Beten heißt, die Gefühle, Gesinnungen, Wünsche und Entschlüs­se, welche der Gedanke an Gottes Größe, Güte und Heiligkeit, sowie die Betrachtung unserer eigenen Schwäche uns erwecken, vor Gott aussprechen. Demnach wird das Gebet im allgemeinen Folgenden Inhalt haben:

Die Empfindungen, welche die in der Natur und bei der Führung Israels und der Menschheit sich offenbarenden Macht, Weisheit und Güte Gottes in uns erwecken, drücken wir im Lobgebete (Schabbat, Tehela, Hallel) aus.

Das Gebot des "Schma"-Lesens

Sonnenblume

1. Mit dem Worte Schema bezeichnen wir folgende drei Abschnitte der Tora:
1. Mose 6, 4‑9, Schema,
2. 5. Mose 11, 13‑21; wehaja Im Schamoa
3.  4. Mose. 15, 37‑41, Wajomer

Die Grundpflichten des Israeliten, Gott, den Einzigen, als unseren Gott anzuerkennen, ihn über alles zu lieben, seine Tora zu lernen und zu lernen ( Schema = Kabalat ol Malkut Schamajim) allen Geboten derselben Gehorsam zu leisten  (wehije= kabalat ol Mitzwot), sind wohl in keiner Stelle der Tora kräftiger ausge­sprochen, als in diesen drei Abschnitten. außerdem erwähnt der dritte Abschnitt den Auszug aus Ägypten (wejiamar = Sichron jziat mizrajim), dessen wir alle Tage und Nächte unseres Lebens gedenken sollen, weil die Befreiung aus Ägypten der Grund ist, der uns als Israeliten zu alldem verpflichtet.

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