Menschenliebe in Gesinnungen und Worten

Verschiedene Vorschriften zur Förderung der Liebe

1. Die schwere Vorschrift, erlittenes Unrecht zu vergessen, werden wir um so leichter erfüllen können, wenn wir die in dem Torawort begründete Vorschrift unserer Weisen s.A. befolgen: Beurteile jeden Menschen von der besseren Seite! Dieselbe fordert von uns, auch dann, wenn wir Unrechtes von unserem  Nebenmenschen gesehen oder durch glaubwürdige Zeugen gehört haben, noch immer einen Entschuldigungsgrund für seine Tat oder deren Absicht zu suchen, bis wir die volle Überzeugung gewonnen haben, dass er die schlechte Tat aus schlechten Beweggründen getan hat.

Feindesliebe und Versöhnlichkeit

1. Auch diejenigen unserer Mitmenschen, die uns ihre Liebe versa­gen, die uns geschädigt und gekränkt haben, unsere Feinde, müssen wir mit unserer Liebe umfassen. Um uns die Pflicht der Feindes­liebe an anschaulichen Beispielen und nicht bloß mit Worten einzuprägen, hat die Tora das Gebot der Nächstenliebe zweimal geschrieben, einmal für alle Menschen (5. Ms. 22, 1‑4), das andere Mal für den Feind insbesondere (2. Mos. 23, 4 und 5).

Das Verbot des Hasses

1. Die Tora verbietet uns, dem der Liebe entgegengesetzten Gefühl des Hasses Eingang in unser Herz zu gestatten, indem sie uns sagt: Du sollst nicht hassen deinen Bruder in deinem Herzen. (3. Mos. 19,17).

Das Gebot der Menschenliebe und Menschenachtung

Nächstenliebe

Der Inbegriff aller Vorschriften, welche Gott uns in bezug auf unser Verhalten gegen unsere Nebenmenschen erteilt hat, ist das Gebot der Tora: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ich bin Gott. (3. Mos. 19,18).

Über die Bedeutung des Ausdrucks: Unser Nächster

1. In Hinsicht auf die Vorschriften der Tora, welche unser Verhalten gegen unsere Mitmenschen betreffen, haben wir unter dem Ausdruck "unser Nächster"  oder "unser Nebenmensch" alle Menschen ohne Unterschied der Rasse, des Volkes, des Standes und des Glaubens zu verstehen. Der Geringste in der menschlichen Gesellschaft, der niedrigste Verbrecher, der roheste Wilde; er ist unser Nächster, unser Nebenmensch.

Das Gebot, in den Wegen Gottes zu wandeln

1. Der höchste Grad der Verehrung und Anerkennung, welche wir einem Wesen erweisen können, besteht darin, dass wir es zum Vorbild und Beispiel für unser eigenes Tun und Lassen nehmen und uns bestreben, zu handeln, wie dieses Wesen handelt, zu werden, wie dieses Wesen ist, dasselbe gleichsam in uns selbst noch einmal darzustellen.

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