Tora

Das Vorlesen der Tora

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1. Die Einrichtung, die man bei den Gebetsversammlungen Israels die Tora vorliest, ist so alt, wie die Tora selbst; denn Moses, unser großer Lehrer, hat nach der Überlieferung dieses Vorlesen für die Vormittage der Sabbate, Feste, Neumonde und je der zweiten und fünften Wochentage angeordnet. Von Esra wurde diese Anordnung auf die Nachmittage des Sabbats ausgedehnt und so eingerichtet, wie sie heutzutage vorgenommen wird.

Die schriftliche und die mündliche Tora

Moses empfängt das Gesetz - Chagall

1. Da das Volk nach der Offenbarung der zehn Worte aus Furcht vor den großartigen Erscheinungen gebeten hatte, Moses möge ihnen den noch nicht geoffenbarten Teil der Tora nach Gottes Befehl mitteilen, berief Gott Moses auf den Berg und  teilte ihm während der vierzig Tage seines Verweilens die ganze Tora mit, den geschriebenen Wortlaut Tora schebichtaw und dessen mündliche Erklärung Tora schebeal pe.

 

Die Offenbarung der Tora und der Bundesschluß am Sinai

Moses mit Gesetzestafeln - Chagall

1. Das größte Werk der Fürsorge Gottes für Israel und das Men­schengeschlecht, das heilvollste Ereignis in der Geschichte der Menschheit ist die Offenbarung am Sinai. Gott offenbarte sich Israel unmittelbar. Es gefiel der Allweisheit Gottes nicht, einen an Israel zu senden, der da sprach: Das hat mir Gott geoffenbart, so dass Zweifel an der Wahrheit seiner Sendung bleiben konnten. Nein, sechshunderttausend reife, vollsinnige Männer, Moses ihr Anführer, nicht auf dem Berge, sondern in ihrer Mitte, vernahmen die Tora von Gott. Darin liegt die unantastbare Bürgschaft ihrer Wahrheit.

Die Lehren der Tora über Gottes Verhältnis zum Menschen

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 1. Der Mensch ist das vorzüglichste Geschöpf Gottes auf Erden. Die auf der Stufenleiter der Geschöpfe Gottes zunächst unter dem Menschen stehenden und zuletzt vor diesem erschaffenen Tiere ließ Gott als lebendige Wesen aus der Erde hervorgehen ‑ Leib und Leben ist bei ihnen eins ‑ sie gehören ganz der Erde an. Den Leib des Menschen aber bildete Gott selbst aus Erde; dieser Leib hatte jedoch kein Leben; Leben erhielt er erst dadurch, dass Gott ihm den Lebensodem ins Angesicht hauchte. Der Mensch ist demnach ein Doppelwesen, ein der Erde entnommener Leib und ein Gott entstam­mender Geist, die Seele. Beide sind miteinander verbunden, aber nicht vereinigt; der Leib lebt durch die Seele, die Seele wirkt durch den Leib.

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